Dienstag, 14. März 2017

Nachtschicht auf der Henrichshütte

Blick vom Bahnsteig auf den Komplex der Henrichshütte mit Gießhalle, Hochofen und Schornstein

Immer wieder schiele ich Richtung Norden ins Ruhrgebiet, um für mich neue Ausflugsziele zum Fotografieren zu finden. Die Route der Industriekultur bietet da eine Menge Möglichkeiten, wenn auch diese immer mindestens eine Stunde Anfahrt mit dem Auto bedeuten. Am letzten Donnerstag las ich eher zufällig von der Henrichshütte, einem ehemaligen Hütten- und Stahlwerk bei Hattingen südlich von Bochum. Für den nachfolgenden Abend war auf der Homepage des Museums die Nachtschicht angekündigt. Das Museumsgelände schließt dann nicht bereits um sechs Uhr, sondern hat noch bis Abends um elf geöffnet - inklusive Beleuchtung der Anlage und (diesmal) Mondenschein. 

Zwischen Stahlwerk und Gebläsehalle
"Durchblick" an der Gebläsehalle
Alter Güterwagen vor Gießhalle und Hochofen

Die Henrichshütte ist nicht zu vergleichen mit den Hotspots des Ruhrgebiets, allen voran die Zeche Zollverein und der Landschaftspark Duisburg, den ich in der Vergangenheit schon einige Male besucht habe. Aber gerade hier liegt die Attraktivität der Henrichshütte. Während man im LaPaDu an einem Abend gerne mal gefühlt mehr als hundert Fotografen trifft, waren es am Freitag auf der Henrichshütte vielleicht ... fünf? Alles ist halt eine Nummer kleiner, dafür gibt aber auch hier genug zu entdecken, darunter auch viele Schienenfahrzeuge, unter anderem einen Schienenbus. Und natürlich einen imposanten Hochofen, den man auch erklimmen kann - was ich mir aber an dem Abend bis auf ein paar Treppenstufen geschenkt habe.

 "Abstossen verboten" - Sonst ist der Lack ab.
Kurz nach Sonnenuntergang wird das Licht eingeschaltet
Die Übergabestation beherbergt heute ein Trauzimmer des Standesamtes Hattingen

Ich bin gegen halb sechs angereist, so dass ich noch die letzten Sonnenstrahlen mitnehmen und vor Ort die Dämmerung komplett genießen konnte. Da ich mich auf dem Areal nicht auskannte (und mich auch vorab nicht sonderlich gut informiert hatte), kann ich nicht sagen, ob ich mir für die an sich beste Zeit fürs Fotografien zur blauen Stunde auch die geeigneten Orte ausgesucht habe. Mit dem Abgang der Sonne wurde pünktlich die Lichtanlage eingeschaltet, die dann mit dem natürlichen Restlicht der blauen Stunde in Konkurrenz trat. Ich mag das einfach.

Ideenreich - alte Röhren oberhalb der Erzbrücke als Ausstellungsräume
Blick in den Aufstieg zum Hochofen
Die beste Zeit des Tages - der Hochofen zur blauen Stunde

Nicht so sehr gemocht habe ich die Tatsache, dass ich derzeit kein Objektiv mit Brennweite unterhalb von 28 Millimeter für mein K-1 Gehäuse habe. Bezogen auf das Kleinbildformat ist das eben nur ein gemäßigtes Weitwinkel. Das Samyang 14mm habe ich zum Händler zurückgeschickt, weil ich leider feststellen musste, dass es zu den Rändern her doch zu stark und unregelmäßig abbaut. Das war mir bis dato nicht aufgefallen, da das Objektiv bisher hauptsächlich nur das APS-C Format einer K-70 im letzten Herbst in Vorarlberg  ausleuchten musste. Ein in der letzten Woche als Ersatz gekauftes TH Swiss Irix 15mm Firefly stand mir auch nicht zur Verfügung, weil ich es einen Tag zuvor wegen Dezentrierung wieder zurückgeschickt habe. Ansonsten ist das Irix ein cooles Teil, da bleib ich dran. Aber ich schweife ab. Was ich eigentlich schreiben wollte: vor Ort fehlte mir einfach oft ein wenig mehr Bildwinkel, eine 24mm Brennweite hätte schon viel geholfen. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Erzschau - Eisen aus "bunten Steinen"
An der Möllerung
In Herzen der Gießhalle

Die Henrichshütte behalte ich in guter Erinnerung. An dem Abend war ganz entspanntes, unaufgeregtes Fotografieren angesagt. Im Endeffekt war ich "nur" dreieinhalb Stunden vor Ort, die Lokation gibt aber sicher noch mehr her, zumal ich nicht einmal den Hochofen rauf bin oder mir die Ausstellungen in der Gebläsehalle oder dem Empfangsbereich angeschaut habe. Ein Wiederkommen ist eingeplant, dann auch gerne früher am Tag, aber auch unbedingt wieder mit blauer Stunde. Ob mit Kollegen zum Fotografieren oder als Sonntagsausflug mit der Familie halte ich mal offen. Die nächsten Termine zur Nachtschicht sind bereits auf der Homepage des Museum für April und Mai angekündigt. 

Auf dem Stahlwerksplatz, rechts im Vordergrund ein mehrere Meter hoher Stahlkonverter
Die Gebläsehalle dient heute als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum

Kommentare:

  1. Hallo Dirk,
    sehr schöne Fotos zeigst du hier. Gefallen mir alle sehr gut.
    Solche Hütten- und Stahlwerke würde ich auch gerne mal fotografisch erkunden, nur leider sind sie für mich etwas weit entfernt da ich in Bayern wohne. Aber vielleicht ergibt es sich ja mal in einem Urlaub.
    Ich finde es toll, dass du dir die Arbeit machst den Blog zu betreiben und regelmäßig Posts schreibst. Ich lese deine Posts immer sehr gerne.
    Schöne Grüße,
    Christoph

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  2. Vielen Dank für Deinen Kommentar. Soooooo weit ist Bayern nun auch nicht ;-)

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