Dienstag, 30. Juni 2015

PENTAX K-3 II mit HD DA 16-85 im Praxistest

Schon wieder vier Wochen um? Dann wird es höchste Zeit, meine Eindrücke zur neuen K-3 II zu formulieren, bevor mich das Testexemplar bald wieder verlässt. Sie hat aber bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, soviel darf ich vorwegnehmen. Und bevor ich es am Ende vergesse: Danke an Ricoh nach Hamburg für die Möglichkeit, die neue Hardware so lange testen zu dürfen.

K-3 II inklusive HD DA 16-85mm Standard Zoom
Die K-3 II ist in meinen Augen eine gelungene Auffrischung zum bisherigen PENTAX Spitzenmodell, bevor zur Jahreswende dann eine neue DSLR mit größerem Sensor im 35er Kleinbildformat erscheinen soll (ich meide hier den Begriff Vollformat, den ich bei der Vielfalt der Sensor-Formate irgendwie irreführend finde). Insofern hat mich persönlich das Update des APS-C Spitzenmodells zum jetzigen Zeitpunkt wirklich überrascht. Ich vermute mal, dass wir die neuen Features der K-3 II dann auch in der Kleinbild-PENTAX wiederfinden werden, sie quasi jetzt schon einmal von Ricoh erprobt werden. Hier sind sicherlich in erster Linie die neue Pixel Shift Resolution zur Steigerung der Bildqualität sowie das eingebaute GPS Modul zu nennen.

Dazu verspricht die K-3 II laut Pressemitteilungen verbesserten Autofokus (der aus der K-3 bekannte SAFOX XI wurde vorgeblich durch optimierte Software beschleunigt) sowie eine noch wirksamere Sensor-Stabilisierung von bis zu 4,5 Lichtwerten. Außerdem soll die Kamera nun Mitzieher erkennen und dann nicht versuchen, negativ durch die Stabilisierung gegenzuwirken. Inwiefern die Fortschritte bei AF und SR in der Praxis wirklich spürbar sind, kann ich mangels Vergleich zur K-3 und belastbaren Messverfahren nicht nachprüfen. Also glaube ich halt einfach mal den Aussagen meiner Sympathie-Marke.

Keine HDR Aufnahme, der hohe Dynamikumfang und Raw-Nachbearbeitung macht's möglich

ERSTKONTAKT


Der Erstkontakt mit der K-3 II war erst einmal ... wow. Nachdem ich die Monate zuvor hauptsächlich mit der PENTAX K-S2 fotografieren durfte, und jetzt sei einigen Wochen zumeist eine Olympus OMD E-M10 meine fotografische Begleitung ist (dazu hab ich hier im Blog noch gar nichts so richtig geschrieben), kommt mir die neue PENTAX Kamera als grundsolides Arbeitsgerät daher. Ich will die K-S2 oder Olympus nicht ins falsche Licht stellen. Sie verfügen ebenfalls über wertige, gut verarbeitete Gehäuse. Nur erscheinen sie mir im direkten Vergleich mehr wie Spielzeug (im positiven Sinne).

Ohne Ricoh oder Pentax Schriftzug unterm Display
Die K-3 II liegt mir hervorragend in der Hand und überzeugt wie gewohnt durch zahlreiche manuelle Bedienelemente für ein schnelles Arbeiten ohne das Auge vom Sucher nehmen zu müssen. Verarbeitung, Haptik, Bedienbarkeit - für mich perfekt gelöst. Die einzigen Unterschiede im Gehäuse, die ich zum Vorgänger ausmachen konnte: eine GPS-Taste ersetzt die Taste für die Entriegelung des nicht mehr vorhandenen internen Blitzes sowie der fehlende Ricoh Schriftzug unter dem Display.

Ich hatte ja bereits vor eineinhalb Jahren den Vorgänger K-3 zur Begutachtung. Zu (fast) allem, was ich damals geschrieben habe, stehe ich auch heute noch in Bezug auf die neue K-3 II. Um mich nicht zu wiederholen, verweise ich also mal bequem auf diesen älteren Bericht: I Am Speed - Pentax K-3 im Kurztest. Damals war mir insbesondere die Geschwindigkeit der Kamera positiv aufgefallen. Gegenüber den K-3 Modellen wirkt meine K-5 IIs schon ein wenig gemütlich. Allerdings sollte eine schnelle SD-Karte in die Kamera eingelegt werden, damit die Bilddaten fix weggespeichert werden können. Eine zwei Jahre alte SanDisk Ultra mit 30 MB/s hat die K-3 II deutlich ausgebremst, wobei die Kamera mit einer neueren SanDisk Extreme mit 60 MB/s spürbar mehr Spaß macht.

GPS statt Blitz Taste
Ricoh positioniert seine K-Modelle als Outdoor-Kameras. Da passt das integrierte GPS Modul sehr gut zu den Globetrottern unter uns. Soweit ich das beurteilen kann, funktioniert das GPS Tagging sehr präzise und relativ batterieschonend. Ich hatte auf jeden Fall nicht den Eindruck, jetzt plötzlich den Akku doppelt so oft tauschen zu müssen, obwohl GPS (ohne Logging) stets aktiviert war. Nach dem Einschalten signalisiert ein farbiges Piktogamm oben rechts auf dem Monitor über den Zustand der Ortung. Bei mir dauerte es gefühlt im Schnitt ca. 2 - 10 Sekunden bis die Ortung "grün" war, in seltenen Fällen auch mal bis zu einer halben Minute. Dabei habe ich für mich keine Erklärung finden können, warum die Zeiten so unterschiedlich waren, selbst bei Messungen am gleichen Ort.
Des einen Freud, des anderen Leid: für das GPS musste der interne Blitz (inklusive seiner Fähigkeit als Master andere externe Blitze fernsteuern zu können) weichen. Für mich persönlich ist das ein verschmerzbarer Verlust, da ich auch bei meiner K-5 IIs den eingebauten Blitz so gut wie nie verwende und den Nutzen von GPS für mich höher werte.

Das richtige Sauwetter zum Testen der WR Eigenschaft von Kamera und Objektiv in Weimar
Zufallstreffer in einem Weimarer Hinterhof: Pixel Shift Aufnahme ohne Stativ (aber mit Auflage)

PIXEL SHIFT RESOLUTION


Richtig gespannt war ich auf die neue Pixel Shift Resolution (der Einfachheit halber im weiteren als PSR abgekürzt). Bei aktivierter Funktion nimmt die Kamera vier Aufnahmen am Stück auf und verschiebt dabei den Sensor um je einen Pixel im Quadrat. Somit kann für einen Bildpunkt die komplette Farbinformation ausgemessen werden, was bei einer normalen Einzelaufnahme des Bildsensors nicht möglich ist. Das liegt daran, dass der Bayer-Sensor von Sony pro Pixel nur Rot, Grün oder Blau sehen kann und die Farbinformation dann aufgrund der benachbarten Pixel interpoliert. Durch Pixel-Shift wird aber nun jeder Bildpunkt mit einem Rot, Grün und Blau-Pixel abgetastet, so dass ein präziseres Bildergebnis mit mehr Details bei gleichen 24 Megapixel enstehen sollte. So habe ich das zumindest verstanden.

Pixel-Shift-Resolution: Schloss Falkenlust schön scharf, aber die Baumwipfel vom Winde verweht

Ausführlicher und wahrscheinlich auch verständlicher lässt sich das Ganze in dem sehr empfehlenswerten Exploring the K-3 II's "Pixel Shift Resolution" mode auf Imaging Resource nachlesen - inklusiver vieler Vergleichsbilder von einer Nikon D810 mit Kleinbild-Sensor und einer Olympus E-M5 II im 40-Megapixel High Resolution Mode. Auch Pentaxforums.com hat gerade einen eigenen PSR Test veröffentlicht.

Bei langen Belichtungszeiten wird es besonders schwer
Was das Ergebnis betrifft, stimme ich in den allgemeinen Tenor ein: unter der virtuellen Lupe sehr beeindruckend, wenn der Anwendungsfall stimmt. Aufgrund der Mehrfachaufnahme bei aktivierter PSR muss die Kamera absolut stabil gehalten werden. Ein Stativ bzw. erschütterungsfreier Ablageort für die Kamera sollte also Pflicht sein. Auch muss das Bildmotiv mitspielen und sollte schön ruhig halten, da es ansonsten zu Geisterbildern bzw. "Reißverschluss"-Artefakten (Zipper) kommt, wenn die vier Aufnahmen zu einer verrechnet werden. Leider halten sich bereits Bäume bei leichter Brise nicht an diese Regieanweisung. Dennoch sehen die von der Kamera intern berechneten PSR JPEGs in meinen Augen bereits sehr ordentlich aus.

Insgesamt war ich ehrlich überrascht, welche Reserven beispielsweise in meinem DA 21 Limited noch stecken, wenn die Pixel-Shift-Resolution aktiviert ist. Gerade im direkten Vergleich mit und ohne aktivierter PSR fällt dies auf. Auch weisen die Aufnahmen bei höherer ISO Einstellung weniger Bildrauschen auf. Allerdings fällt mir keine sinnvolle Situation ein, warum ich bei statischen Motiven und Verwendung eines Stativs einen höheren ISO Wert einstellen sollte.

Vier "Geister" im PSR Bild
Noch ein paar Worte zur PSR Aufnahme selbst. Nach Betätigung der Auslösers dauert die Aufnahme selbst ca. 2 Sekunden bis Verschluss und Blende wieder hörbar geschlossen werden, selbst bei kurzer Belichtungszeit. Es wird nicht wie bei einer normalen Serien-Aufnahme oder Belichtungsreihe zwischen den vier Aufnahmen der mechanische Verschluss geöffnet und verschlossen. Dies wäre auch verwunderlich, da es ja gilt, bloß keine Erschütterungen während der Aufnahmen zu riskieren. Dennoch scheint die Kamera eben zum pixelgenauen "Shiften" ein wenig Zeit zu benötigen.  Nach der Aufnahme wird ein wenig zusammengerechnet und gespeichert. Wenn in Raw fotografiert wird, dann hat die Kamera jetzt einiges mit dem Speichern der Datei zu tun. In der DNG-Datei werden alle vier Aufnahmen eingebettet, was bei meinen Testaufnahmen Dateigrößen zwischen 100 und 130 MB bedeutete. Spätestens hier zahlt sich die Investition in eine schnelle SD Karte aus.

Krämerbrücke in Erfurt als Pixel Shift Resolution Aufnahme

Wer wie ich gerne Adobe Lightroom zur Verwaltung und Bearbeitung der Bilddateien nutzt, schaut bei Sichtung der PSR Raws ein wenig aus der Wäsche. Zunächst sollte als Raw-Format DNG in der Kamera eingestellt sein, um überhaupt Rohdaten aus der K-3 II in Lightroom verarbeiten zu können. Das PEF-Format wird vermutlich erst in einem zukünftigen LR6 Update unterstützt werden. Bei einer in Lightroom importierten PSR Aufnahme als DNG wird nur die erste von vier inkludierten Rohdaten-Aufnahme in Lightroom angezeigt und bearbeitet. Das Potential der vier Aufnahmen bleibt also verborgen, hier ist ein Umweg zu nehmen.

DCU: Qualitätsstufe offenbart Pixel Shift
Bisher gibt es meines Wissens zwei Programme, die ein PSR Raw entwickeln können. Zum einen ist dies das mit der Kamera von Ricoh mitgelieferte Digital Camera Utility (DCU) ab Version 5.4.0. Die PSR Aufnahmen erkennt man etwas umständlich anhand der Dateigröße von über 100 MB oder der Aufahmedaten-Eigenschaft Qualitätsstufe mit der Ausprägung "RAW (Pixel Shift Auflösung)". Über die Funktion "Speichern unter mit Bildverarbeitung ..." kann eine verrechnete JPEG- oder auch 16-Bit TIFF-Datei erzeugt werden, welche dann wiederum in Lightroom importiert und verarbeitet werden kann.

Als Alternative zu DCU gibt es eine individuelle Anpassung des freien Raw Konverters DCRaw, der die speziellen PSR DNG-Dateien der K-3 II verarbeiten und ebenfalls als TIFF speichern kann. Hierzu verweise ich mal auf einen Diskussionspfad im Pentaxians Forum, in dem das Programm für Windows fertig compiliert verlinkt ist. In meinen ersten Versuchen waren die Ergebnisse aber nicht so berauschend bzw. erforderten intensivere Nacharbeit beim Weißabgleich und in den Kontrasten. Hier gilt es sich noch intensiver mit den Möglichkeiten der Kommandozeilenparameter auseinanderzusetzen.


Normales DNG versus Pixel-Shit-Resolution TIFF-Datei aus DCU exportiert.
Die PSR Aufnahme zeigt deutlich mehr Schärfe und Details. 
Normales DNG versuch Pixel-Shift-Resolution JPEG direkt aus der Kamera (ooC).
Im Vergleich zum DCU-TIFF (oben) fällt auf, wie stark die kamerainterne JPEG Engine zusätzlich anschärft

Die mit DCU erzielten Ergebnisse finde ich sehr ansprechend, besonders den Gewinn an feinen Details beeindrucken. Im Vergleich zu den manuell am PC entwickelten PSR Fotos aus den Rohdaten erscheinen die kamerainternen JPEGs in den Standardeinstellungen ein wenig überschärft. Allerdings sind schon die geringsten Bewegungen im Bild als Unschärfen bzw. störende Artefakte zu erkennen, hier scheint die Software (noch) überfordert. Sobald ein wenig Wind weht, erweisen sich breits Aufnahmen mit Bäumen und Pflanzen als kritisch.

Was wirklich nicht klappt, sind Fotos aus der Hand (zumindest nicht aus meiner), auch wenn ich dies schon an anderer Stelle im Netz gelesen habe (hier klicken). Ich bin aber wirklich gespannt, ob und wie Ricoh diese Technologie weiter ausbauen wird. Sicher gibt es schon heute Anwendungsgebiete, in denen PSR gewinnbringend eingesetzt werden kann, wie Makro- oder Architektur-Fotografie, eben dann, wenn der Wunsch nach Perfektion besteht und jeder Pixel zählt.

HD DA 16-85


Das DA 16-85 von der Pentax-internen Konkurrenz umzingelt
Der 24 Megapixel Sensor der K-3 Modelle fordert meinen Optiken einiges ab. Das neue HD DA 16-85mm f/3.5-5.6 ED DC WR, welches ich ebenfalls in den letzten Wochen testen durfte, bildet da keine Ausnahme. Das Objektiv hat bereits in einige Tests sehr gute Wertungen erhalten. Mich hat insbesondere der Test bei Photozone beeindruckt, da dort in der Vergangenheit Pentax Optiken nicht immer so toll abgeschnitten haben. Traurige Berühmtheit genießt der Verriss des DA 18-135mm, welches ich sonst als Standard-Zoom einsetze. Randschärfe ist halt nicht alles. Ein anderen sehr positiven Test für das neue Standard-Zoom liefert Pentaxforums.

Auf das neue Standard-Zoom haben viele Pentaxians spätestens seit Veröffentlichung der Objektive Roadmap 2012/2013 gewartet, unter anderem ich. Anfangs erhofft war ein Nachfolger zum DA* 16-50mm f/2.8 mit seinem Ausfall-risikobehafteten SDM Antrieb. Die im Netz formulierten Erwartungen waren oft unrealistisch hoch, was die Kombination aus Lichtstärke und Brennweite betraf. Bis zuletzt hatte ich zumindest aber auf eine durchgängige 4er oder 3,5-4,5 Blende gehofft, wie sie auch Sony im Carl Zeiss SAL16-80 anbietet. Rausgekommen ist dann - zumindest von den nackten Zahlen - eher Standardkost, wie sie auch Nikon und Canon zu vergleichbaren Preisen anbieten. Das Objektiv beginnt mit Blende 3,5 in der Weitwinkelstellung, wechselt ab 21mm auf 4, gefolgt ab 31mm mit Blende 4,5 und erreicht nominell ab 68mm die Maximalzahl 5,6.

Erscheinungsbild und Ausstattung der neuen Optik ähneln sehr dem DA 18-135. Das ist definitiv ein Lob, wobei das neue Glas ein wenig schwerer und größer ist, aber noch nicht an das 16-50 Sternchen heranreicht. Das ist und bleibt vom "professionellen Feeling" her noch eine andere Hausnummer, insbesondere was die manuelle Fokussierung betrifft. Diese erfolgt beim HD 16-85 wie beim DA 18-135 mechanisch über einen schmalen Ring zwischen Kamera und dem breiten, griffigen Zoom-Ring, ohne eine gedruckte Entfernungsskala. Ich persönlich finde dies verzeilich, da die wenig lichtstarken Standard-Optiken mich eh nicht zum manuellen Arbeiten einladen.

Das 16-85er arbeitet mit dem DC Antrieb wie gewohnt schnell und leise. Die WR Ausstattung verschafft ein sicheres Gefühl beim Fotografieren bei weniger schönen Wetterverältnissen. Zusammen mit dem sehr nützlichen Brennweitenbereich geht das Objektiv wirklich als Universal-Linse für Unterwegs durch. Den Brennweitenbereich oberhalb von 85 Millimetern habe ich weniger vermisst als befürchtet. Dafür profitiert man um so mehr von den 16 Millimetern am unteren Ende, deren Bildwirkung gegenüber den sonst üblichen 18 eines Standard-Zooms bei geeigneten Motiven deutlich ausfallen kann.

Domberg zu Erfurt bei in 16 Millimeter
Typische Pentax-Farben und räumliche Wirkung bei 50mm und Offenblende

Die weiter oben erwähnten Tests bescheinigen dem DA 16-85 eine sehr gute Bildqualität, auch in den Randbereichen im Weitwinkel, was für die Verwendung bei Architektur- und Landschaftsaufnahmen wichtig ist.  Im Vergleich zu meinem DA 18-135mm und einem kurzfristig besorgten DA 16-45mm kann ich die Vorteile am Rand bestätigen, allerdings nicht ganz so stark wie erhofft. Wie immer verschafft das Abblenden Verbesserungen in der Detail-Auflösung. Leider scheint es so zu sein, dass ich mal wieder Pech habe (oder zu genau hinschaue) und mein Test-Exemplar nicht ganz so optimal eingestellt ist, insbesondere wenn ich mit Beispielfotos im Netz vergleiche. Außerdem ist es wohl leicht dezentriert. Aber es leistet immer noch viel mehr als meine anderen Zoom-Optiken.

Dezentrierungoben rechts scharf, unten rechts dagegen nicht - sowohl bei Offenblende als auch abgeblendet

Pseudo-Makro an der Naheinstellgrenze
Aufgrund der geringen Naheinstellgrenze gelingen auch Pseudo-Makro Aufnahmen mit sehr angenehmen, weichem Unschärfe-Verhalten (Bokeh). Wenn das Objektiv von Sigma und nicht von Pentax käme, würde es sich auch den Begriff Macro im Titel tragen. Weiterhin positiv aufgefallen sind mir die typischen PENTAX Farben sowie die für mein Empfinden selten auftretenden Farbsäume. Letzteres kenne ich von Pentax Optiken auch anders. Besonders das konkurrierende Sternchen-Zoom beckleckert sich in dieser Disziplin nicht mit Ruhm.

Insgesamt hat mir das neue Standard-Zoom gut gefallen, viel besser als gedacht. Zusammen mit der K-3 II ergibt sich eine nützliche, gut ausbalancierte, aber nicht ganz so kompakte Kombination für den Außeneinsatz. Schade finde ich nur, dass die Optik nicht ein Quäntschen lichtstärker geworden ist.

ZUM SCHLUSS


Aus meiner Sicht liefert Ricoh mit der K-3 II ein angemessenes Update mit überschaubaren Neuerungen gegenüber dem Vorgänger K-3. GPS und Pixel Shift Resolution sind die beiden werbewirksamen Features, die für genug Diskussionsstoff und Anreiz sorgen dürften. Dabei bietet von meiner Warte aus die GPS Funktion den entscheidenen Mehrwert gegenüber anderen Modellen. GPS ist (neben Klappdisplay) genau das Feature, das ich mir schon seit Jahren gewünscht habe. Die erhöhte Auflösung durch Pixel Shift ist dagegen sicher technologisch sehr interessant mit hohem Aufmerksamkeitswert. Sie hat aber auch zugleich durch ihre Begrenzung auf statische Motive und dem zwingenden Einsatz eines Statives für Otto-Normalfotografierer nur sehr geringe praktische Relevanz.

Ich habe die Kamera in den vergangenen vier Wochen wirklich zu schätzen gelernt, die Rückkehr zur K-5 IIs erscheint mir schon als kleiner Rückschritt. Die GPS Funktion finde ich klasse, aber derzeit fehlen meiner Familie und mir die Fernreisen, in denen ich die Funktion wirklich zu schätzen wüsste. Und so bleibe ich zunächst bei meinem Plan auf einen Nachfolger zu warten, der ein bewegliches Display in die PENTAX Königsklasse mit APS-C Sensor einführt. Ich hoffe nur, dass Ricoh jetzt nicht vom Vollformat-Engagement (jetzt habe ich es doch gesagt) so sehr in Beschlag genommen wird, dass eine echte Neukonstruktion nach den K-3 Modellen bis zur nächsten Photokina oder darüber hinaus dauern wird.

Was das 16-85er Standard-Zoom betrifft, bin ich jetzt ins Grübeln gekommen. Sobald mein selbstauferlegtes Objektiv-Embargo in 2016 ausläuft, werde ich mir erneut ernsthafte Gedanken machen und nocheinmal genau überlegen, ob diese Optik Einzug halten darf oder eventuell doch mal wieder das DA* 16-50, welches ich immer noch nicht abgeschrieben habe. Bis dahin darf das neue Standard-Zoom auch gerne noch ein wenig im Preis nachlassen.





Kommentare:

  1. Schöner Artikel. Vielen Dank! Ich bleibe trotzdem bei meiner K-5II und dem 16-45.

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  2. Das verstehe ich gut. Ich bleib meiner K-5IIs ja auch treu.

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  3. Hi,thanks for the article, I have just got the HD 16-85 for my K5IIs and seems like a really nice lens

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