Freitag, 19. August 2016

[NMZ] Warum immer nur Holland ...

... wenn es in Belgien doch auch so schöne Strände gibt. In unserem Bekanntenkreis fahren wirklich alle ausschließlich an die niederländische Küste (obwohl dieses Jahr viele im Sommer aufgrund der Wetter-Eskapaden der letzten Jahre weiter in den Süden gezogen sind). Meine Familie ist allerdings seit Jahrzehnten mit den belgischen Stränden um den kleinen Ort De Haan verbandelt.

Nicht immer, aber immer wieder: den Strand ganz für sich alleine
Am Stadtstrand von de Haan: Gut besucht, aber niemals überfüllt
Ab und zu schauen wir über den Tellerrand und besuchen Freunde, die ihren Urlaub einige Kilometer weiter nördlich im holländischen Zoutelande verbringen - und stellen jedesmal fest, dass die belgischen Strände mindestens genau so schön, dafür deutlich weniger frequentiert sind. 

Die Fotos entstanden vor wenigen Tagen am Wochenende mitten in den nordrhein-westfälischen Sommerferien. Natürlich ist man nicht allein am Strand, aber schon ein paar Meter abseits der Stadtstrände wird es deutlich ruhiger. Also vor der Planung des nächsten Nordseeurlaubs durchaus mal an Belgien denken.

Die Gezeiten erlauben beste Bedingungen für Pfützenspringer
Die Dünen bieten zugleich Spielplatz als auch Rückzugsmöglichkeit

Donnerstag, 14. Juli 2016

[PENTAX K-1] Erster Praxistest

Moderne PENTAX K-1 mit Objektiven aus der Filmära

Die erste Woche mit der K-1 ist bereits um. Ich denke, ich hab genug erste Erfahrungen besonders mit der Bedienung gesammelt, die ich heute herunter schreiben möchte. Ursprünglich hatte ich angedacht, die Kamera ausgiebig über Wochen zu testen und dann einen großen Bericht zu schreiben, der alle für mich interessanten Aspekte anreißen sollte, ähnlich wie bei der K-S2 im letzten Jahr. Davon bin ich jetzt abgekommen, es gibt ja auch bereits viele umfassende Erfahrungsberichte im Netz. Hervorheben möchte ich die Blog Posts der Fotografen Raik Krotofil und Serdar Ugurlu, beide vorher keine ausgewiesenen PENTAX Fotografen, sondern von Canon und Nikon kommend. Ebenfalls sehr lesenswert ist (wie immer) die Artikelserie bei Imaging Resource. Stattdessen soll es in den nächsten Wochen immer mal wieder kleinere Artikel zu ausgesuchten Themen geben, z.B. zu Aufnahmen mit höheren ISO Werten oder Pixelshift Resolution.

Ein Argument vieler KB Anhänger: geringe Schärfentiefe (1/125s, f/5,6, ISO1600, 105mm) ...
... und noch geringere Schärfentiefe (1/500s, f/4, ISO400, 100mm Macro

Ich muss zugeben, dass ich in den ersten Tagen kaum das dickes Dauergrinsen ablegen konnte, sobald ich die Kamera in die Hand genommen habe. In erster Linie mache ich da das tolle Handling der Kamera verantwortlich. Ich habe das Gefühl, dass ich das bei jedem neuen Pentax Gehäuse schreibe, aber die K-1 legt nochmals eine Schippe drauf. Die Kamera passt perfekt in meine Rechte, und erstmals hat sogar mein kleiner Finger eine sinnvolle Ablagefläche gefunden. Bisher hatte ich immer konstatiert, dass die Nachfolger der K-5 Modelle mir ein wenig zu groß und schwer seien. Es scheint fast so, als dass sich nun meine Komfortzone bezüglich Größe und Gewicht zugunsten der K-1 anpasst. Vielleicht ist sie nicht die schönste Kamera am Markt, aber eine die deutlich macht: ich bin (d)ein Werkzeug, mit mir kannst Du (fast) alles machen.

Der Sucher ist erwartungsgemäß groß und hell, definitiv eine Steigerung gegenüber den (auch sehr guten) APS-C Suchern von K-5 und K-3 Modellen. Sehr hilfreich sind die zuschaltbaren Einblendungen für Hilfslinien, AF Feldern und 3D-Wasserwaage. Wenn das Licht schummrig wird, leidet allerdings die Lesbarkeit ein wenig. Ein korrektes Ausrichten anhand der Anzeige der Wasserwaage im Sucher wird im Dunkeln zur echten Herausforderung. Allerdings kann man sich über die AF Mode Taste behelfen, da ein Antippen und Halten alle Elemente im Sucher rot aufleuchten lassen. Rot leuchtet es ebenfalls auf, wenn ein AF Feld selektiert wird und die Fokussierung erfolgreich ist, was wirklich sehr praktisch ist.

Blick von Burg Blankenberg (1/100s, f/4, ISO100, 50mm)
Kunst auf der Burg - die hohen Kontraste sind kein Problem (1/250s, f/11, ISO200, 28mm)


Freistellung mit Standard Zoom (1/640s, f/4, ISO 200, 34mm)

Apropos Auswahl eine AF Feldes - was ich ein wenig bedauere, ist dass die verfügbaren AF Felder nur einen recht kleinen Bereich in der Mitte abdecken. Ich kann aber nicht mit Bestimmtheit sagen, ob das jetzt ungefähr die gleiche Fläche wie bei den APS-C Modellen ist. OK, der ein oder andere wird jetzt sagen, braucht man doch eh nicht, weil man immer auf die Mitte fokussieren und dann schwenken kann. Ich hab mich da aber in den letzten Jahren um erzogen, da bei nahen Distanzen eben doch der Schärfebereich beim Umschwenken verlassen werden kann (und beim Kleinbildformat noch eher), wenn ich mit lichtstarken Optiken und  Offenblende operiere.

Ein großartiger Aktivposten der Kamera ist der klappbare Monitor. Beweglichkeit und Drehfreudigkeit des großen Displays machen viel Freude und bringen mir echten Mehrwert. Die Aufhängung an den vier Gelenkstangen macht einen sehr stabilen und durchdachten Eindruck, ohne Hakeleien und mit ausreichenden Winkelstellungen (wobei seitlich könnte es ein wenig mehr sein). Wer anfangs noch gedacht hat, die Konstruktion wäre eventuell zu filigran, darf sich durchaus mal trauen, die Kamera am Monitor zu packen und zu schütteln (ich hab mich getraut, klappt wirklich). Dazu ist der Monitor sehr gut abzulesen, insbesondere durch die genial einfache-Funktion der Ansichtseinstellung draußen auf der unteren Steuerkreuz-Taste, die es erlaubt, Kontrast und Helligkeit des Monitors schnell an das Umgebungslicht in fünf Stufen anzupassen. So kann auch noch im direkten Sonnenlicht der Live View zur Bildkomposition verwendet werden.

Neues Funktions- und Einstellrad
verkleinern das Schulterdisplay
Auffällig und im Vorfeld viel diskutiert ist das neue Smart Funktionsrad für einige ausgesuchte Features wie Belichtungskorrektur, ISO, Crop-Format, Sensor-Stabilisierung (SR), WiFi usw. Dazu kommt ein drittes Einstellrad, um die eingestellte Funktion zu konfigurieren. Beide neuen Räder zusammen haben das Schulterdisplay deutlich schrumpfen lassen, welches sich nun auf ISO, Zeit, Blende und Batteriestatus beschränkt. Hier bin ich mir noch nicht sicher, ob ich die neuen Bedienelemente richtig wertschätzen kann.

Die meisten Funktionen des neuen Rads werden von mir eher selten umgeschaltet, und wenn, dann ging dies in der Vergangenheit auch komfortabel über das INFO Menu. Für ISO und +- Korrektur sehe ich eh keine Veranlassung, nicht weiterhin die dedizierten Tasten auf der Oberseite beim Auslöser zu nutzen. Hier braucht es aber sicher noch etwas Zeit für die abschließende Bewertung. Wo ich gerade das INFO Menu erwähne: richtig gut und nützlich finde ich die neue Möglichkeit zur individuellen Auswahl und freien Positionierung der Funktionen, die hier angeboten werden.

Nicht so geglückt finde ich die Neuanordnung der Wiedergabe-Taste von oben links auf die rechte Bedienhälfte. Regelmäßig aktiviere ich ungewollt den Live View statt die Bildanzeige. Sicher kann ich mich da umgewöhnen, aber den Vorteil sehe ich nicht (zumal Löschen weiterhin oben links liegt). Um fair zu sein: Ricoh hat die Taste auch bereits bei der K-S2 dahin gelegt, und auch die neue K-70 folgt dieser Position.
Klappdisplay mal anders: geniale Konstruktion mit vier Gelenkstanden
Leichte Änderungen des Tastenlayout, individuell konfigurierbares INFO Menu

Um mein bisschen Genörgel jetzt mal abzuschließen, kommen noch zwei Anmerkungen: ich vermisse die Möglichkeit, die Bildausschnittanpassung auf die Raw/Fx1 Taste zu legen (so ist das bei meiner K-5IIs konfiguriert). Und ich bin kein Freund der Taste AF-Punkt-Änderung/Kartenschlitz-Umschaltung (Zitat aus der Anleitung), also des Umschalters für die Funktionen des Vierwegeregelers (ebenfalls O-Ton der Anleitung). Mit der Kamera am Auge finde ich das lange Drücken der OK Taste zum Umschalten besser gelöst, gehöre aber da sicher mit meiner Meinung eher zur Minderheit der PENTAX User. So, jetzt aber Schluss mit den Kleinigkeiten. Und es sind wirklich nur Kleinigkeiten.

Abschattungen durch kleineren Bildkreis und Gegenlichtblende des DA 15mm

Kommen wir zum unmittelbaren Akt der eigentlichen Aufnahme, also Scharfstellen und Auslösen. Hier ist mir besonders der Live View angenehm aufgefallen. Der Kontrast-AF scheint noch flotter zu Werke zu gehen. Zu diesem positiven Eindruck trägt sicher auch das akustische Feedback bei: das kombinierte Geräusch von zurückklappenden Spiegel und Verschluss beim Auslösen klingt in meinen Ohren noch angenehmer und harmonischer als bei den Vorgänger Modellen, insbesondere beim Live View, wenn auch subjektiv ein wenig lauter (was nicht verwundern sollte, da aufgrund des größeren Sensors auch die Mechanik an Größe und Gewicht zugenommen haben muss).

Der Autofokus allgemein profitiert zusätzlich von einer neuen Geräuschdämpfung des Stangenantriebs, also des in der Kamera eingebauten AF Motors zur Fokussierung von Objektiven ohne eigenen Autofokus-Antrieb. Ich möchte jetzt nicht von Wohlklängen sprechen, aber die automatische Scharfstellung über den Kameramotor ist definitiv weniger quietschig als bisher. Dazu erscheint der Stangen-AF noch einmal eine Ecke schneller (wobei ich hauptsächlich die K-5 Modelle gewohnt bin. Die K-3 Modelle leisten hier ja auch bereits mehr, was aber auch deutlich hörbar ist).

Beeindruckend: das unterbelichtete Foto am PC gepusht am um +5 Blendenwerte
Langzeitbelichtung am Rhein (60s, f/16, ISO 100, 63mm)

Eine Änderung hat die Auslösetaste erfahren. Es gibt keinen definierten Druckpunkt mehr beim Übergang der Scharfstellung zum eigentlichen Auslösen. Dies führt dazu, dass ich aktuell mehr Fotos mache als gewollt, da ich bereits beim Scharfstellen oft zu weit drücke und dann aus Versehen auslöse. Ich vermute mal, die Ricoh Ingenieure haben dies geändert, um weniger Erschütterungen beim Auslösen zu riskieren. Das wird sich sicher mit der Zeit regeln, mir gefällt der Ansatz eigentlich sehr gut so, erinnert mich an meine erste manuelle PENTAX ohne Autofokus.

Zur Bildqualität möchte ich heute eigentlich gar nicht so viel schreiben, da ich mir hier über längere Zeit ein Bild machen will - und außerdem mal zum Abschluss dieses Beitrags kommen will.  Es liegt auf der Hand, dass die Möglichkeiten gegenüber der APS-C Modelle in Bezug auf Auflösung, Dynamik und Rauschverhalten erweitert sind. Dazu kommt ein noch engere Spiel mit der Schärfentiefe, was aber nicht automatisch für alle Anwendungsfälle ein Vorteil ist (z.B. für die Makrofotografie).

Rheinauhafen in der Dämmerung (1/25s, f/6,3, ISO 1600, 70mm)
.Kölner Wahrzeichen aus der Ferne (2,5s, f/8, ISO 200, 200mm)

Ich sag mal soviel: das Mehr an Auflösung und die Möglichkeit zum Pushen hat mich bereits nachdrücklich beeindruckt. Das neue 28-105mm Zoom kann die 36 Megapixel der Kamera sehr gut bedienen, vor allem im Weitwinkel, während im Telebereich mein Exemplar in Nuancen nachlässt. Ich bin schon erschlagen, welche Details ich an den Bildrändern in der 100-Prozent-Ansicht in Lightroom zu sehen bekomme. Da bin ich vom DA 18-135mm an der K-5IIs anderes gewohnt. OK, der Vergleich ist auch nicht ganz fair. Was ich aber auch schon in der Woche erfahren durfte: die hohe Auflösung erfordert ein noch exakteres Arbeiten. Bereits leichtes Verwackeln kann Unschärfen provozieren, auch mit der neuen 5-Achsen-Stabilisierung des Sensors.

Ein Fazit gibt es jetzt natürlich noch nicht. Aber soviel möchte ich sagen: die K-1 macht irre viel Spaß und ist in meinen Augen ein absolut würdiges Flaggschiff im Pentax DSLR Sortiment. Und ich bin auch sehr froh, dass sie scheinbar vom Markt so positiv aufgenommen wird, weil das der richtige Schub für Ricoh ist, das gesamte K-Mount System weiter auszubauen. Davon wird sicher dann auch die APS-C Linie profitieren. Hoffentlich wird Ricoh dabei die neue Konstruktion des schwenkbaren Monitors auch für neue Modelle übernehmen ... was die K-1 betrifft: sie ist in Summe ihrer Eigenschaften sicher die beste DSLR, die PENTAX bzw. Ricoh bisher gebaut hat. Man bezahlt halt auch dafür entsprechend - monitär wie auch bei Größe und Gewicht. Fortsetzung folgt.

Der Köln-Klassiker (25s, f/8, ISO 100, 48mm)

Dienstag, 5. Juli 2016

[PENTAX K-1] Kamera eingetroffen

Heute hat der UPS Bote ein heiß ersehntes Paket aus Hamburg gebracht. Inhalt war ein Leihmodell der neuen PENTAX K-1 DSLR mit großem 35mm Sensor inklusive DFA 28-105mm Standard-Zoom. Die Kombi darf ich mir in den nächsten Wochen genauer anschauen, und ich werde sicher noch einiges hier auf dem Blog dazu schreiben.

Erster Eindruck: gewohnt solide
Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen (ich hatte die Kamera sogar schon mal im Warenkorb, konnte dann aber rechtzeitig meine linke Gehirnhälfte wieder reaktivieren), werde aber wohl erst am Wochenende oder kommenden Montag meinen ersten längeren Fotowalk unternehmen können. Vorher wird aber fleißig an den vielen Rädchen gedreht und Tasten gedrückt, um die Kamera kennen zu lernen. Der Erstkontakt vorhin war gewohnt vertraut.

Ideen hab ich schon einige, was ich machen möchte. Kleinbild-taugliches Glas ist auch ausreichend im Schrank vorhanden. Was ich mir auf jeden Fall erneut genauer ansehen werde, ist die Umsetzung der Pixelshift Technologie, die mich bereits im Test der K-3 II beeindruckt hat. Und dann bleibt es nicht aus, dass ich einfach schauen werde, wo für mich persönlich die relevanten Unterschiede zu meiner bisherigen K-5IIs liegen (der Sensor der K-1 ist größer, schon klar).

Auch die Vorderansicht weiß zu gefallen

Die Pixeldichten beider Kameras sind ähnlich groß, dennoch verspreche ich mir spürbare Vorteile vom Sensor der K-1 (allein schon wegen des Altersunterschieds) was Rauschverhalten und Dynamikumfang betreffen. Die im Vergleich doppelte Menge an Pixeln kann für mich Fluch oder Segen werden. Zwei für mich ausschlaggebende Vorteile kann ich schon vorab ausmachen: der grandiose optische Sucher und das bewegliche Display. Einen Nachteil auch, der sich aber noch relativieren kann, nämlich der unvermeintliche Zuwachs an Größe und Gewicht. Viele mögen diesen Punkt belächeln, schließlich kann die K-1 im Vergleich zu anderen DSLR Vollformatlern noch als kompakt gelten.

Wie bereits in meinen ersten Gedanken zur K-1 formuliert bin ich besonders gespannt auf die Verwendung der FA Limited Objektive, mit denen ich immer an meinen APS-C Kameras sehr zufrieden war und bin. Mal sehen, ob das noch steigerungsfähig ist. Hey, das wird eine Freude in den nächsten Wochen. Jetzt frag ich mich nur, welches Objektiv denn als nächstes dran darf ;-)

Postscriptum: hier mal erste Bilder von heute Abend. Macht Spaß, die Große!

Umdenken: geringere Schärfentiefe und mehr Winkel beim FA 77mm 
Erste Langzeitbelichtung am Feierabendhaus mit dem neuen DFA 28-105mm

Samstag, 25. Juni 2016

[NMZ] Agapanthus


Die einen gehen laufen oder zum Yoga, ich betreibe zur Entspannung kontemplatives Fotografieren von Blümchen - allerdings ohne tiefgründigen geistigen Unterbau. Oder wie meine Tochter singen würde: "... umarme einen Baum und sage Omm ..."

Die Bilder habe ich an zwei Tagen zu verschiedenen Zeiten und Lichtverhältnissen mit der PENTAX K-5 IIs und dem DFA 100mm Macro WR aufgenommen. Ich hab versucht, die Entwicklung in Lightroom über Tonwerte, Weißabgleich und Farbtonverschiebung anzugleichen, ist aber nicht ganz so perfekt geglückt. Egal, nur keinen Stress ;-)


Samstag, 18. Juni 2016

Pentaxians Usertreffen 2016 in Trier

Nass in Trier, mein inoffizielles Motto des Pentaxians Usertreffen 2016
Letztes Wochenende fand das große Pentaxians Usertreffen in Trier statt. Nach Hamburg, Regensburg und Erfurt war das nun bereits das vierte Treffen. Da ich Freitags privat verhindert war, musste ich meine Teilnahme diesmal auf zwei Tage bzw. eine Übernachtung beschränken - und hab mir dabei ausgerechnet einen kompletten Regentag ausgesucht. Während die meisten Teilnehmer im Forum Bilder bei Sonnenschein zeigen können, muss ich mich diesmal ein wenig beschränken. Nicht, dass die Ausrüstung dies nicht mitgemacht hätte, aber um ehrlich zu sein vergeht mir ein wenig die Lust aufs Fotografieren wenn es schüttet. Dafür war dann halt mehr Zeit mit vielen netten Menschen über die Unterschiede von AW, WR und *-Objektiven zu plaudern (bot sich bei dem Wetter an) und einige Namen (erneut) zu lernen. 

Gegenstand vieler Diskussionen: die neue PENTAX K-1
Diskussionsthema Nummer Eins war diesmal definitiv das Erscheinen der neuen K-1 Kamera und dessen Bedeutung für die Zukunft der Marke. Schon interessant anzusehen (auch an mir selber), wie viele Begehrlichkeiten die Kamera einerseits weckt, andererseits aber auch ein verhaltenes, teilweise sogar ablehnendes Gefühl beim eingefleischten APS-C Lager hervorrufen kann. Ich fürchte, das ist der unvermeidbare Disput zwischen den Sensorformaten, der nun halt auch Einzug in die Pentax Gemeinschaft hält. Ich persönlich habe damit kein Problem, habe aber die leise Befürchtung, dass Ricoh vielleicht das Klientel für die kleineren Formate in nächster Zeit aus den Augen verlieren könnte (wie es ja auch bei den Mitbewerbern geschehen ist). Ich persönlich hoffe halt, dass Ricoh weiter auf Kompaktheit als ein wichtiges Kriterium setzt, was für mich immer eine der herausragenden Stärken des Systems war. Nachdem ich beim Usertreffen nämlich die neuen KB-tauglichen Objektive wie das DFA 15-30er und 150-450er aus der Nähe bewundern durfte, können da leichte Zweifel kommen. Andererseits sind dies natürlich auch Optiken, die bisher im System fehlten und für den Erfolg einer Kamera mit diesem Sensorformat notwendig sind, um auch neue Käuferschichten ansprechen zu können. Die Ankündigungen der K-70 und aus meiner Sicht insbesondere des Telezooms HD DA 55-300 mm F4,5~6,3 machen mir aber da weiter Hoffnung. Und dass es auch bei KB kleiner geht, zeigen ja auch Linsen der Vergangenheit wie die FA Limiteds.




Trier empfand ich als nett, wenn auch nicht besonders spektakulär. Vielleicht hätte ich meinen Besuch auch nicht mit dem Amphitheater bei einsetzenden Regen anfangen sollen. Auf dem Weg in die Stadt traf ich die erste Gruppe Pentaxians mit bekannten Gesichtern. Für den Nachmittag war eine Schiffstour auf der Mosel geplant (ebenfalls gut zum Plaudern, weniger zum Fotografieren), zuvor kam ich aber noch in den Genuss einer kurzen Stadtführung mit Gerd und Lutz. Abends ging es dann zum gemeinschaftlichen Essen in den römischen Weinkeller zum Domstein. Tags darauf wurde mein Kurztrip abgerundet durch einen wirklich schönen Spaziergang "über den Dächern von Trier" vorbei an der  schönen, schlichten Villa Weißhaus, die leider schon seit zwei Jahren ungenutzt ist.

Nicht sinnvoll, aber funktioniert: 2x Konverter plus FA43
Was an solchen Treffen jedes Jahr gefährlich ist, ist die viele Hardware, die man in die Hand nehmen und antesten kann. Mika hatte mir den HD AW AF-Converter mitgebracht, den ich unbedingt an meinem DA* 200mm f/2,8 ausprobieren wollte, was damit zum DA* 280mm f/4 mutierte (also im Grunde fast ein DA* 300mm). Tags zuvor war noch ein spontan gebraucht gekauftes DA 15mm Limited eingetrudelt, so dass ich in Trier fast nur mit diesen beiden extremen Brennweiten unterwegs war. Was soll ich sagen? Beide Gerätschaften bleiben im Bestand zumindest bis nach den Sommerferien, und mein Jahresbudget ist damit komplett erschöpft. Ich hoffe, es erholt sich dann bis zum nächsten Jahr wieder, wenn wir uns beim fünften Jahrestreffen der Pentaxians spätestens wiedersehen ;-)

Zum Abschluss alle meine Fotos vom Trierer Treffen als Flickr Album:

 

Samstag, 4. Juni 2016

[NMZ] Exkursion zum LaPaDu

Langzeitbelichtung am Bunkersteg
Obwohl diese Woche das Wetter einige heftige Kapriolen schlägt, hab ich mich am Donnerstag nachmittag mit einigen Arbeitskollegen auf den Weg nach Duisburg gewagt. Ziel war der Landschaftspark Duisburg-Nord mit seinem stillgelegten Hüttenwerk, Industriekultur par excellence. Für den Nachmittag gab es eine Unwetterwarnung. Tatsächlich war die Anfahrt kein Vergnügen. Nach unserer Ankunft gegen sechs Uhr verzogen sich aber die Gewitterwolken, und die Sonne konnte sich wie erhofft durchsetzen.

In der Nähe der Gießhallen - passend zum Regen-Wetter
Hochofen im Metall-Rahmen
Wasser marsch am Tauchgasometer
Dies war bereits mein dritter Besuch im Landschaftspark, während meine Kollegen noch nie vor Ort waren. Angedacht hatte ich für uns zwei Rundgänge, einmal bei Tageslicht für den Überblick und ein paar schnelle Fotos aus der Hand, und dann noch eine kleine gezieltere Runde für Nachtaufnahmen per Stativ. Guter Plan, aber unmöglich umsetzbar wie ich schnell erfahren durfte, wenn man zum ersten Mal den Park besucht. Dazu erschlagen einen einfach die Motive, zumindest wenn man verfallene Industrie mag.

So schlenderten wir gemächlich am Tauchgasometer vorbei zur Piazza Metallica und bei einsetzender Dunkelheit weiter durch den Bunkersteg (linker Hand vorbei an den Gießhallen) bis hin zum Kühlwerk (da war es bereits mitten in der Nacht). Der Zugang zum Hochofen 5 war uns erwartungsgemäß verschlossen geblieben (wegen der offiziellen Unwetterwarnung), aber dafür wäre bei unserem Tempo ohnehin keine Zeit geblieben.

An der Piazza Metallica mit Blick auf die Gießhalle 1
"Foto-walken" auf der Piazza Metallica
Womit ich im Vorfeld nicht gerechnet hatte, war die zumeist fehlende Beleuchtung in den Abendstunden. Normalerweise wird der gesamte Park durch beeindruckende Lichtinstallationen bis nach Mitternacht beleuchtet. Das Schauspiel durfte ich vor zweieinhalb Jahren schon einmal genießen. Nicht so aber an diesem Abend. Dies war wohl ebenfalls dem schlechten Wetter im Vorfeld geschuldet, wie uns zu später Stunde zwei freundliche Security Mitarbeiter berichteten. Seit der kompletten Umstellung auf LEDs ist nämlich wohl auch unter der Woche der Park komplett illuminiert, und nicht nur am Wochenende, wie es noch auf der Homepage zu lesen ist. Also Pech gehabt, oder positiv gesehen: ein guter Grund für einen erneuten Besuch.

Hinter den Gießhallen 
Röhrenblick in eine Gießhalle
Im Herzen des Bunkersteg
Danke an die netten Arbeitskollegen für den entspannten Fotowalk. Es hat wirklich Spaß gemacht und schreit nach Wiederholung. Vielleicht sollten wir uns dann diesmal sogar noch ein wenig mehr Zeit nehmen, zumal dann hoffentlich die oberen Ebenen und der Hochofen 5 wieder geöffnet sind.

Elf Uhr nacht, aber warme 20 Grad am Kühlwerk

Mittwoch, 1. Juni 2016

Schau mal sexy ... Model-Shooting mit kollege_tom, BUDDI und Cherry


Letzten Samstag habe ich an einem prima Workshop zum Thema Model-Fotografie teilgenommen. Ort des Geschehens war das Fotostudio von Boom Photography in Coesfeld im westlichen Münsterland. Darauf gekommen bin ich durch das Pentaxians Forum (wo auch sonst). Dort haben kollege_tom und BUDDI (Peter) die Idee für den Workshop entwickelt und mich und meine sechs Mitstreiter angefixt. Wir hatten im Grunde alle kaum oder wenig Ahnung von der Materie, waren aber richtig neugierig, im lockeren Rahmen mit einem professionellen Model arbeiten zu können.

Nach zwei Stunden Anreise und kurzer Suche des Studios im Industriegebiet hatte ich das Ziel ein wenig verspätet erreicht. Nach ein paar Begrüßungsworten und theoretischer Vorarbeit von Peter und Tom ging es gleich raus an die frische Luft zur ersten Lektion. Nachdem wir erklärt bekamen, was Open Shade bedeutet und wie vorteilhaft diese Lichtsituation für die Fotografie von Menschen ist, ging es gleich in die Praxis und ran an unser großartiges Model Cherry van Green (Julia). Als ich an der Reihe war, kam sofort der erste (positive) Stress auf. Die Kameraeinstellungen waren noch rasch erledigt, aber dann ... Bildidee? Pose? Perspektive? Den Mutigen gehört die Welt, also dirigierte ich unser Model zum grünen Notausgang als farblichen Kontrapunkt (ihr Künstlername endet schließlich mit Green). Schon waren die ersten Fotos auf der Speicherkarte - und ich erst einmal erleichtert.




Überhaupt war unser Model Julia einfach nur prima. Sehr fotogen und professionell im Posing, dazu sehr natürlich, freundlich und offen, auch wenn keine Kamera im Einsatz war. Und vor allem plauderte sie viel mit uns und gab wertvolle Hinweise. Wie wirken unsere Anweisungen? Mit welchen einfachen Tipps kann man ein (unerfahrenes) Model vorteilhafter in Position bringen? Wie motiviert man ein Model? Und wie nicht? Julia legte mir vor allem nahe, nicht nach jeder Sequenz Dankeschön sagen zu müssen. Danke dafür. Beziehungsweise natürlich nicht ;-)



Nachdem uns draußen im Sonnenlicht noch sehr überzeugend der Einsatz von Reflektoren zur Vermeidung von Schlagschatten demonstriert wurde, ging es zurück ins Studio, wo wir den Rest des Tages verbrachten. Kurz wurden noch einige Varianten von Blitzleuchten (Studio und portabel) sowie Lichtformern vorgestellt, dann bereits die ersten Blitzauslöser  für die nächste Übung verteilt.

Jetzt ging es ans Eingemachte: Auf Peters Kommando hin verwandelte sich die erfahrenen Cherry zum Model-Newbie Julia. Jetzt galt es mit den richtigen Anweisungen Julia in Pose zu bekommen. Sie hatte offensichtlich einige Freude daran, uns anfangs zappeln zu lassen, gab dann aber immer nach einiger Zeit die entscheidenden Tipps, wenn wir mal nicht weiter wussten. Das war wirklich klasse, denn abgesehen vom Lerneffekt hat es richtig viel Spaß gemacht und zu einigen Lachern geführt.




Zwischendurch war immer mal wieder Zeit zum Fachsimpeln und Ausprobieren fremder Technik. Pixiac (alias Frank - seines Zeichens Chefe des Pentaxians Forums) hatte die neue K-1 dabei, mit der ich ein wenig herumspielen durfte. Geiles Teil, ich kann es nicht anders sagen. Sie liegt mir unheimlich gut in der Hand, ohne dabei signifikant größer als ein K-3 Modell mit APS-C Sensorformat zu sein. Ansetzen durfte ich meine beiden FA Limited Objektive (43mm, 77mm), die ich für das Model-Shooting eingepackt hatte. Besonders gespannt war ich auf das gedämpfte Geräusch des Autofokus-Stangenantriebs. Und ja, klingt ein wenig angenehmer als bei den älteren digitalen K Modellen, aber immer noch aufdringlicher als Objektive mit DC, SDM oder HSM Motoren (was zu erwarten war). Ich vermute, im nächsten Jahr bin ich fällig - oder es kommt noch ein ähnlich potentes Teil für das kleinere Sensor-Format.

Was auch im Vorfeld des Workshops bereits durchgesickert war: der Pentaxians-Forensponsor AC-Foto stellte uns den Mittelformat-Boliden PENTAX 645Z zur Verfügung - ein extrem beeindruckendes Stück Technik, allein schon wegen der Größe des Bodies und der Objektive. Mit dieser Kamera habe ich dann auch meine letztes Sequenz im Studio mit Julia absolviert, nachdem ich meine erste Scheu (oder Ehrfurcht) vor der 645Z beiseite schieben konnte.




Noch ein kleines Highlight zwischendurch, welches ich aber nicht unterschlagen möchte: Tom demonstrierte, wie allein unter Einsatz einer Blitzleuchte ein Motiv isoliert werden kann, indem der Hintergrund selbst bei Tageslicht komplett in Schwarz versinkt. Da waren die K-1 und die 645Z lohnende Ziele zur Demonstration. Ziemlich coole Technik, die ich bald mal zu Hause nachahmen möchte.



Zum Abschluss muss ich zunächst ein riesiges Lob los werden an unsere Coaches Tom und Peter, die auf lockere Art und Weise uns viele Tipps und Grundlagen vermitteln konnten. Schwerpunkt des Workshops war ja weniger die Technik (auch wenn diese nicht zu kurz kam), sondern mehr die Interaktion mit dem Model. Also wie leite ich an, worauf achten (Spannung, Haltung, Hände usw.), wie kommunizieren? Als Peter mit Sprüchen wie Schau mal sexy oder Komm', flirte mit der Kamera oder Schätzelein, ich bring dich janz groß raus! um die Ecke kam, waren ihm die Lacher sicher, aber jeder wusste auch wie es gemeint war. Im besten Falle sind solche Phrasen unfreiwillig komisch sind, aber eher noch disqualifizieren sie den Fotografen oder verschrecken das Model - helfen tun sie sicher nicht.

Dazu ein dickes Dankeschön an unser Model Julia alias Cherry van Green und ihrem zauberhaften Assistenten Bastian (die Visa), der stets zur rechten Zeit mit Pinsel, Make-Up und guter Laune bereit stand. Und Danke an Dietmar, der uns sehr gastfreundlich in seinem Studio aufgenommen hat. Hab ich noch jemanden vergessen? Natürlich! Herzlichen Dank an alle Pentaxians, die an dem Workshop teilgenommen haben. Ihr seid die Besten!

In Erinnerung bleiben wird ein Tag mit vielen netten Menschen und neuen Inspirationen. Model-Shooting wird jetzt sicher nicht meine neue Passion, das ist einfach nicht meine Welt. Aber ich werde sicher den ein oder anderen Tipp mitnehmen. Ich freue mich schon darauf, wenn ich meine Frau beim nächsten Portrait anleite: "Und Spannung aufbauen. Kopf hoch. Ein wenig nach vorne. Finger zusammen halten ... Spannung halten! Eins, zwei, drei." Klick. Wird sicher lustig ;-)